Wer finanziert gemeinnütziges Wirken?

 

Bevor wir uns dem eigentlichen Fundraising zuwenden, sollten wir uns, zum besseren Verständnis des Ganzen, einen Überblick über die Finanzierungsquellen gemeinnnützigen Wirkens verschaffen:

 

  • Staatlich
    • Vollfinanzierung
    • Teilfinanzierung
      • Institutionelle Förderung
      • Projektförderung
  • Privat
    • Mitgliedsbeiträge
    • Mitgliedsumlagen
    • Leistungsentgelte
    • Spenden und mäzenatische Förderung, überwiegend
      • Kleinspenden
      • Großspenden
      • Stiftungen
      • Impact Investment
      • Crowdfunding
    • Sponsoring
  • Mischformen, insbes. Public-Private-Partnership

 

 

Gehen wir dies einmal an ein paar Beispielen durch:

 

 

1    Staatliche Vollfinanzierung:  Technisches Hilfswerk (THW)

 

  • Das THW beschäftigt 82 000 freiwillige bzw ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. 
  • Mit Sicherheit gemeinnützig tätig; wenn die nicht, wer dann?  Aber:
  • THW keine gemeinnützige Körperschaft privaten Rechts, sondern Bundesanstalt im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums. 
  • Gesetz über das Technische Hilfswerk (THW-Gesetz v. 1990)
  • Klar, dass der Bund hierfür auch aufkommen muss. 

 

        Besonderheit:  Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

  • Jährliche Sammelerlöse ca. € 20 Mio.

 

2         Staatliche Teilfinanzierung:

 

  • institutionelle Förderung  -  z.B. Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
    • 82 % Finanzierung durch Bund und Länder, 
    • Einnahmen durch Gutachten, Lizenzverwertung usw. zur Verrechnung gestellt.
    • Grundsätzlich muss institutionelle Förderung regelmäßig neu beantragt werden, üblicherweise jährlich, de facto Vertrauensgrundlage für Dauerfinanzierung. 
    • Häufig (fast) Vollfinanzierung

 

  • Projektförderung  - 
    • Beispiele nahezu unendlich in allen Bereichen gemeinnützigen Wirkens;
    • Starker staatlicher = Zuwendungsgeber-Einfluss;
    • Leichterer Ausstieg des Zuwendungsgebers nach Laufzeitende.

 

 

3         Private Finanzierung

 

  • Mitgliedsbeiträge und -umlagen
    • Steuervorteile bei Anerkannter Gemeinnützigkeit, §10b EStG i.V.m. § 52 II AO;
    • Bindet Sympathisanten ein;
    • Je mehr Mitglieder, desto schwerer zu steuern;
    • Sorge vor Majorisierung durch zu viele neue Mitglieder?
    • für gGmbH & Stiftungen unbedeutend;
    • Umlagen bei Genossenschaften zwar theoretisch denkbar, aber nicht gemeinnützig: Genossenschaften existieren per definitionem () zum Nutzen ihrer Mitglieder (GenG);

 

  • Leistungsentgelte
  • Eintrittsgelder  -  Konzerte, Parties o.ä.;
  • Teilnahmeentgelte für Fortbildungsveranstaltungen;
  • Warenverkauf
    • Kunstwerke
    • Lebensmittel / Gerichte
    • Tonträger Musik
    • Benefizbasar, -turnier o.ä.

 

  • Spenden
    • Kleinspenden  -  Spendenaufruf bei diesem Thema denkbar; gerade bei Thema Integration mittlerweile großer Wettbewerb auf Gebermarkt;
    • Großspenden = mäzenatische Förderung  -  denkbar; schwere Überzeugungsarbeit
  • Sponsoren

Denkbar, sofern Identifikation für Unternehmen interessant; Gegenleistung!

  • Impact Investor(s)

Relativ neue Idee; löst sich allmählich von der starren Unterscheidung zwischen gewerblichen und gemeinnützigen Investitionsobjekten.

  • Crowdfunding

„Schwarmfinanzierung“, läuft über Internet und soziale Medien; bislang eher im Business-Bereich präsent, aber im gemeinnützigen Sektor im Kommen.

 

 

4         Mischformen 

 

  • Public Private Partnership

und

  • Public Social Private Partnership

In der Regel für größere Infrastruktur- oder Sozialprojekte des Staats, wenn er die alleinige Finanzierung nicht bewerkstelligen kann. 

 

Wie sich das alles nun mit Fundraising verträgt, dazu mehr im nächsten Abschnitt.

 

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